Home Travel Vier Tage nach ‘Übersee’ – nur mit Handgepäck?

Vier Tage nach ‘Übersee’ – nur mit Handgepäck?

written by Anni 21. September 2018

… ja! Das geht. Und zwar echt ziemlich einfach, wenn man es richtig angeht. Damit wir uns richtig verstehen: ja, ich rede von vier Tagen Urlaub bei denen das Reisegefährt meiner Wahl ein Flugzeug ist. Also sämtliche 55 x 40 x 23 cm Maße, 8 kg Gewicht und maximal 100 ml pro Flüssigkeit Beschränkungen inklusive. Die einen von euch sagen jetzt vielleicht “Ja easy, ich kann auch eine ganze Woche nur mit Handgepäck verreisen”. Ich denke jedoch, dass sich viele eher fragen “Wie zur Hölle soll denn das funktionieren?”.

Ordentlich gepackter Handgepäckkoffer von oben fotografiert.

Ein Handgepäckkoffer für vier Tage – ja, das sind tatsächlich die Sachen, die ich eingepackt habe.

Ich fliege heute Abend für vier Tage nach Manchester. Ein schön langes Wochenende mit meiner Mama, britischen Vibes, super Klamottenläden und viel Lush-Action. Eigentlich Grund für den Trip: das Lush Showcase. Dazu wird es mit Sicherheit einen großen Post geben.

Vier Tage bedeuten vier Outfits. Zu wenig für einen großen Koffer. Mal ganz davon abgesehen, dass ich zu geizig war, für das Gepäck drauf zu zahlen. Und ich außerdem seit ein paar Monaten einen tollen neuen Handgepäckkoffer besitze. Mal Hand auf’s Herz: wer hatte alles schon mal viel zu viel mit im Urlaub? Ganz egal ob zwei Wochen Strand oder nur ein Wochenend-Trip in die Stadt. Ich des öfteren. Wenn nicht sogar meistens. “Ach, lieber noch ein Outfit mehr zu Auswahl” und “Zur Sicherheit noch einen Pullover und zwei T-Shirts – wer weiß schon wie das Wetter wird” waren Standardsätze, wenn ich meinen Koffer gepackt habe. Oder auch das fünfte Paar Schuhe, das dort landete. Und die vier Mini-Handtaschen, von denen man – wenn überhaupt – letztlich eine einzige benutzt hat. Na, wer erkennt sich wieder? Wahrscheinlich ist das ganz normal. Aber wenn es einen selber stört, kann man sehr gut etwas dagegen tun.

 

1. Plane im Voraus

Klingt einfach. Ist es aber nicht. Je mehr Zeit man hat, desto mehr Sachen fallen einem ein, die man mitnehmen könnte oder vermeintlich muss. Mein Trick: Für jeden Tag ein Outfit notieren. Wenn mir noch ein anderes einfällt, muss eines der bereits notierten gestrichen werden. Meistens weiß ich schon vorher, was ich ungefähr an welchem Tag vor habe, wodurch das Planen der Klamotten einfacher ist. Ganz wichtig dabei: denkt praktisch. Wenn ich beispielsweise weiß, dass ich bei sechs Tagen Urlaub an vier davon wandern bzw. draußen sein werde, packe ich zwei bequeme Sporthosen ein. Die trocknen im Zweifelsfall schnell und können einfach ausgeschüttelt werden wenn sie dreckig sind. Allerdings packe ich ein T-Shirt extra ein, um mich umziehen zu können, wenn ich abends doch noch mal unter Menschen möchte. Wenn ich vier Tage in einer neuen Stadt bin, weiß ich dass ich viel laufen werde. Also bleiben die High Heels zu Hause und der Rucksack sowie bequeme – aber chice! – Sneaker werden eingepackt.

Sich den Wetterbericht anzugucken, sollte ebenfalls zur Gewohnheit werden. Sonst hat man bei 10 Grad auf einmal nur einen Pullover dabei oder bei 25 Grad einen dicken Schal und die Wollmütze. Unnötiger Ballast und eine absolute Platzverschwendung. Durch das vorherige Planen vermeidet man auch unnötige Käufe am Zielort, weil einem doch etwas fehlt (obwohl es zu Hause im Schrank liegt).

 

Ausgebreitete Kosmetikartikel, die mit ins Handgepäck genommen werden können.

Kosmetikartikel reduzieren ist eine Kunst – wird zumindest behauptet.

2. Kosmetikartikel minimieren

Vielleicht für viele der schwierigste Punkt wenn es ums Fliegen mit Handgepäck geht: das Flüssigkeiten-Limit. Um dieses Problem zu lösen beziehungsweise gar nicht erst aufkommen zu lassen, gibt es ganz viele tolle Tricks und Ideen. Da dies doch ein eher umfangreiches Thema ist, gibt es dazu ganz bald einen separaten Blogpost (sobald er fertig ist natürlich auch hier verlinkt). Ansonsten kann ich nur sagen: braucht man bei vier Tagen Kopenhagen wirklich alle sieben Lippenstifte? Oder für ein Wochenende bei den Eltern die Augen-, Pickel-, Anti-Falten-, Nacht- UND Tagescreme? Ich behaupte mal Nein. Auch müssen meiner unmaßgeblichen Meinung nach nicht alle drei Naked-Paletten mit fünfzig verschieden Lidschattennuancen mitgenommen werden. Überlegt euch wirklich ganz genau, ob ihr wirklich alle Kosmetikartikel braucht, die im Bad herum stehen. Denn sind wir mal ehrlich – die benutzen wir doch nicht mal zu Hause alle.

 

3. Vernünftig packen

Wenn ich früher mit Freunden im Urlaub war, musste ich meistens lachen, sobald jemand den Koffer oder die Reisetasche geöffnet hat. Denn heraus quoll stets eine unglaubliche Menge an chaotisch reingestopften Klamotten, Accessoires und Schuhen. So etwas passiert, wenn man nicht rechtzeitig packt. Oder ohne Plan einfach denkt: “Och das könnte ich brauchen. Und das. Und das auch.” Seinen Koffer – oder auch Rucksack – vernünftig zu packen, spart nicht nur Platz; auf dieses Weise kann man auch allzu vielen Knitterfalten vorbeugen und kaputte oder dreckige Teile vermeiden. Ich habe herausgefunden, dass es am meisten Platz spart, wenn man seine Kleidungsstücke normal zusammenlegt und dann zusammenrollt. In dieser Transportform entstehen auch relativ wenige Falten und Shirts, Pullover oder Jeans sind auch nach einer längeren Reise sofort tragbar. Ein weiterer Vorteil ist, dass man eine sehr gute Übersicht in seinem Koffer behält und Teile meist auf Anhieb findet.

Ein weiterer Tipp: Schwere Sachen nach unten im Koffer packen. Damit ist nicht nur unter die Klamotten gemeint, sondern auch an die Position, die am dichtesten an den Rollen ist. Schließlich rollt man den Koffer mehr aufrecht durch die Gegend, als das er liegt. Das gilt nicht nur für den Kosmetikbeutel, sondern auch für Schuhe. Die uns übrigens gleich zum nächsten Punkt bringen: mit Socken ausstopfen und in einen (Jute-)Beutel verpacken. So wird Platz gespart, die Schuhe verbeulen nicht und machen auch nichts dreckig. Unterwäsche landet bei mir übrigens generell ebenfalls in einem separaten Beutel. Schützt sie einerseits und hält auch alles zusammen an einem Ort.

Eigentlich logisch, aber muss einem auch mal gesagt werden: Zieht die schwersten oder dicksten Klamotten an. Ich fliege eh am Abend, wodurch ich mich wärmer anziehen ‘muss’ als beispielsweise zur Mittagszeit. Also kommt die Strickjacke nicht in den Koffer sondern auf dem Weg zum Flughafen in die Hand. Die würde nämlich sonst auch die Hälfte des Koffers ausfüllen.

 

4. Entertainment nicht vergessen

Vor allem bei längeren Reisen und Wartezeiten ist es wichtig, für die eigene Unterhaltung zu sorgen. Also bloß nicht die Kopfhörer oder das Buch zu Hause vergessen. Kann man im Zweifelsfall übrigens in die Hand nehmen, wenn es zu viel wiegt oder irgendwie doch nicht mehr ins Gepäck passt. So spart man auch am Check-In Gewicht und später kann man es noch immer irgendwie in den Rucksack quetschen. Wie schwer oder voll dein Koffer oder Rucksack nach der Sicherheitskontrolle ist, interessiert nämlich in den seltensten Fällen noch jemanden.

Der Inhalt meines extra Handgepäck Stücks komplett ausgebreitet.

Ob das wirklich alles in meinen Rucksack passt?

 

Auch wenn man noch so reduziert packt – ein paar Dinge dürfen einfach nicht fehlen. Mal abgesehen von wichtigen Medikamenten und dem Ladekabel für das Handy sollte man bedenken, ob man einen Steckdosen-Adapter benötigt, die Powerbank doch lieber dabei haben möchte und die (leere!) Wasserflasche sowie der Kaffeebecher auch noch einen Platz finden sollen. Das Portmonee mit Kreditkarte und Ausweis gehört sowieso immer zur Grundausstattung – doch auch das kann man vor der Reise gründlich aussortieren, Kassenbelege wegschmeißen und unnötiges zu Hause auf dem Schreibtisch liegen lassen.

Dieses Mal verzichte ich auf meinen Laptop – die Kamera muss aber definitiv mit! Ansonsten fühle ich mich doch schon recht gut vorbereitet. Schließlich habe ich die Fotos für diesen Post vor einer Woche aufgenommen und hatte genug Zeit, die Klamottenwahl zu überdenken und fast vergessene Gegenstände doch noch einzupacken (der Ersatz-Akku bedankt sich). Frohes Packen!

 

 

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