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Let’s talk about… Träume

written by Anni 11. Februar 2018

[…] and the blunt truth is nobody cares until you post enough until people start to. – Sophie from fashionslave 

 

Ab und an stellt man sich ja diese Frage: was möchte ich eigentlich gerne machen? Und wie möchte ich meinen Alltag verbringen? Was möchte ich in meinem Leben erreichen? Häufig stellt man sich diese Fragen gar nicht bewusst – es überkommt einen einfach. So ein Gefühl. So ein Gedanke. Nicht selten bei der Arbeit oder in einer unbefriedigenden oder demotivierenden Situation. Man fängt an, sich Gedanken zu machen. Alles in Frage zu stellen. Seid mal ehrlich zu euch selbst: wie oft habt ihr schon „Wie gerne würde ich gerade lieber, …“ gedacht? Und es nicht um dem Wunsch nach Pizza statt Salat ging.

Sobald man mehr drüber nachdenkt, fängt man an zu zweifeln. Ich kenne das zu gut. Zuerst war dieser Post sehr künstlerisch. Frei. Ohne jede Form von vernünftigen Zusammenhängen, vollständigen Sätzen oder auch nur einen Funken von positiven Gefühlen. Er war einfach nur eine Aneinanderreihung von meinen Gedanken. Und damit vielleicht auch eine etwas schwierige Kost, vor allem an einem Sonntag. Vielleicht habe ich mich auch nicht ganz getraut, meine Gedanken so ungefiltert zu veröffentlichen. Wenn ich gerade schon so ehrlich bin, kann ich das ja ruhig zugeben.

 

Ist das wirklich mein Traum oder gerade nur eine Phase?

Manchmal frage ich mich, ob ich nicht langsam in einem Altern sein sollte, in dem ich das differenzieren kann. Aber gibt es dafür ein Alter oder sind das nur die Erwartungen der Gesellschaft? Wenn ich mal drüber nachdenke: Als meine Mama in meinem Alter war hatte sie bereits ein Kind und war verheiratet. Heißt jetzt nicht, dass ich Torschlusspanik kriege oder so. Natürlich möchte ich gerne heiraten, lieber früher als später, und auch Kinder. Auf der anderen Seite gibt es so viele Dinge, die ich gerne noch erleben und erreichen möchte. Das Leben ist vorbei wenn man Kinder hat? Bullshit in meinen Augen. Es gibt so viele tolle Blogger, die Mütter sind. Und „trotzdem“ viel reisen. Mit ihren Kindern. Warum will ich dann meine Träume vorher verwirklichen? Warum setze ich mich dann nicht mal hin, und fange an damit? Lasst euch gesagt sein: Ich weiß es selbst nicht so genau. Oder besser gesagt möchte ich es nicht so wirklich wahr haben.

Einerseits ist es Unsicherheit. Eine schon immer da gewesenen und vermutlich mich auch für immer begleitende Unsicherheit. Ich möchte reisen, fotografieren, darüber schreiben. Jeden Moment genießen. Aber wen interessiert das? Wer würde es lesen? Wie sollte ich da am Ende des Tages von leben können? Wer selber bloggt – ich rede jetzt nicht von denen, die mehrere tausend Follower haben und bereits mit ihrem Blog Geld verdienen – fragt es sich doch ständig, oder nicht? Gibt es nicht eh schon zu viele von uns? Hat überhaupt noch irgendjemand Zeit, so viele verschiedene Blogs zu lesen? Ich möchte aus diesen Zweifeln sicherlich nicht die hauptberuflichen Blogger ausschließen, denn ich bin überzeugt, dass auch die ab und an Zweifel haben. Sie sind schließlich auch nur Menschen! Menschen mit viel Leidenschaft, Kreativität und Emotionen. Wenn diese Persönlichen Dinge von einem selbst dann mal weggestoßen oder niedergemacht werden, ist das sehr verletzend. Verursacht Zweifel. Wie sticht man also aus diesem großen Brei an kreativen Menschen heraus, die möglicherweise hübscher, cooler, jünger, erfahrener oder sonst irgendetwas sind? Muss man nicht irgendwie einen USP haben? Ist man andererseits nicht selbst der USP, mit seiner Persönlichkeit, seinem Schreibstil oder seinen Ideen? Reicht das aus?

 

Hallo Fritz, my good old friend.

Dieser innere Schweinehund. Er ist immer da. Oft überwältigend präsent. Warum Fritz? Ich stelle mir vor, ich komme besser gegen ihn an, wenn er einen Namen hat. Was eine noch bessere Lösung wäre: ich akzeptiere ihn, aber nehme ihn einfach immer mit. Überzeuge ihn von meinen Ideen. Klingt schön, nicht wahr? Poetisch. Klingt gesund. Realistisch. Ob ich es umsetzen kann? Ich wünsche es mir.

Hell yeah, ich habe einen verdammt gut bezahlten Job (für meine Postion und Erfahrung), mit verdammt wenig Stress. Aber ist es mein Traumjob? Mit Sicherheit nicht. Momentan bringt er mir sehr viel, vor allem dringend benötigte Erfahrung und Sicherheit. Und er macht trotzdem Spaß. Auch wenn ich nicht die spannendsten Projekte der Welt bearbeite oder meinen kreativen Designergedanken freien Lauf lassen kann. Es war mir auch schon, während ich noch zur Uni ging bewusst, dass ich nie wieder so viele Dinge gestalten würde, die mir selbst gefallen. So ist das Leben, wenn man in einer Agentur arbeitet. Manchmal hat man Glück und hat Kunden, die für etwas stehen, was zur eigenen Persönlichkeit passt und wodurch man etwas gestalten kann, was dem eigenen Stil entspricht. Doch dafür muss man wirklich Glück haben. Oder doch seinen Träumen folgen? Hier taucht die Frage wieder auf. Sind Träume nur Träume oder kann man alles erreichen, wenn man dafür kämpft? Es gibt eine Realität. Natürlich muss man sich nicht mit allem zufrieden geben. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Wie oft hört man diesen Spruch vor allem als Kind von Erwachsenen. Jetzt ist man selbst erwachsen und steht an dem Punkt: Kämpfe ich für das, was ich wirklich will oder gebe ich mich mit etwas zufrieden, was zwar mich zwar nicht zu hundert Prozent glücklich macht, aber zumindest irgendwie?

Momentan denke ich mir: Na entweder du hast die Eier oder eben nicht. Dabei kann ich es niemandem außer mir selbst verübeln, dass die Couch-Anziehungskraft am Abend mal wieder stärker war als der Wille, seine Träume zu verwirklichen. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass die unmittelbare Zukunft einfacher zu greifen ist, als die, die ein paar Jahre entfernt liegt und schlicht und einfach mit viel mehr Arbeit verbunden ist.

 

Sind Träume vielleicht wirklich nur Träume?

In der heutigen Zeit sollte man meinen, dass das Denken umgeswitcht ist. Das man lebt, um seine Träume auch verwirklichen zu können. Warum habe ich dann trotzdem so viele Zweifel? Warum hängt mir der Arsch auf Grundeis, wenn ich mal versuche ernsthaft über meine Möglichkeiten nachzudenken? Das habe ich bereits wunderbar analysiert: Unsicherheit und Bequemlichkeit. Es ist einfach viel gemütlicher, die Wochenenden auf der Couch zu verbringen, sich Netflix anzuschalten und einen Kaffee zu trinken. Das ist doch menschlich? Oder doch disziplinlos? Vielleicht unterscheidet genau das die Menschen, die ihre Träume leben von denen, die nur träumen. Nein, nicht nur vielleicht. Genau das ist es.

Ich für meinen Teil bin für den Moment stolz auf mich, dass ich diesen Post doch noch recht sinnvoll zusammenschreiben konnte. Ich stand schon so oft an dem Punkt. Habe versucht mich selbst zu motivieren. Mir vorgenommen, es wirklich zu tun. Nein, nicht diesen Blogpost zu schreiben. Meine Träume umzusetzen. Ich glaube, mit jedem geschriebenen Artikel komme ich meinen Träumen ein Stückchen näher. Ich trainiere. Um irgendwann oder bald oder auch ganz anders meine Träume erfüllen zu können.

 

#träumweiter

Nein danke. Auch wenn ich jetzt in diesem Moment nicht den Mut aufbringe, alles zu verändern. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, ein paar Jahre Berufserfahrung zu sammeln. Mir ein sicheres Standbein aufzubauen. Nebenbei zu bloggen. Zu üben. Und wenn die Zeit gekommen ist, werde ich es schaffen, Fritz besiegen und genau das tun, was ich liebe. Genau das, wo von ich heute nur träume. Ich weiß, ich müsste mich nur hinsetzen und etwas tun. Dann wäre alles gar nicht so weit entfernt. Doch für den Moment sind auch die kleine Babysteps in Ordnung.

 

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