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Let’s talk about… #longdistancebloggership

written by Anni 29. Oktober 2017

„Maaaaaus…“, der vorwurfsvolle Unterton entgeht mir keinesfalls als mich mein Freund nachts um halb 12 vom Wohnzimmer aus ruft. „Lädst du etwa etwas hoch?!“ Ja. Tu  ich. Denn ich führe etwas, das man nicht besser als mit dem Begriff longdistancebloggership beschreiben kann. Quasi eine Fernbeziehung mit meiner Bloggerkollegin und guten Freundin Miriam. Und es ist nicht nur eine Fernbeziehung –  wovon wir beide übrigens nicht so die Fans sind – sondern auch eine Art kreative Arbeitsgemeinschaft und Kaffeeklatsch-Stammtisch. Wenn man dabei in den zwei am weitesten voneinander entfernten Großstädten Deutschlands sitzt, ist das ganz schön… nun ja: scheiße.

Daily life

Ob aus diesem ganzen real-life-daily-struggle mehr wird als dieser eine Post wird man sehen – vorstellen kann ich mir das ganz gut. Es ist schon ein wenig merkwürdig, gemeinsam einen Blog zu führen, wenn man so viele hundert Kilometer auseinander wohnt. Schließlich ist unsere Situation nicht nur temporär, sondern erst einmal dauerhaft. Es ist schwieriger zu brainstormen, gemeinsam shooten geht auch nicht und das aller schwierigste ist, gemeinsam Kaffee zu trinken und zu tratschen. Wenn ich einen dieser Punkte festlegen sollte, der mich am meisten stört oder den ich am meisten vermisse, könnte ich das nicht. Das kreative (Er-)arbeiten von Content und spinnen von Ideen fehlt mir sowohl als zwischenmenschlicher Austausch als auch als kreativer Input für (meine) Posts. Das gemeinsame Fotografieren fehlt mir vor allem, weil ich einfach immer unglaublich Spaß daran hatte und habe. Ob nun Outfits zusammenstellen, eine tolle Location zu finden oder genervt die Augen zu verdrehen, weil Miriam gerade genau richtig steht und das Licht toll ist aber irgendein dummer Tourist im Hintergrund mit seiner neongelben Regenjacke und dem grünen Regenschirm durchs Bild läuft. Pardon: darin stehen bleibt und nicht wieder geht.
Und ob nun persönliche Problemchen behoben, die neuesten unglaublich Storys über gewisse Chefs ausgetauscht oder einfach nur die Tattoos der Joe and the Juice Mitarbeiter begutachtet werden: gemeinsam, mit einer extra heißen Vanille Latte und einer lauwarmen Matcha Latte ausgestattet, geht das viel leichter als über das Telefon.

This is how we do it

Natürlich telefonieren wir und schreiben auch fast genauso viel wie zu der Zeit, als wir beide in Hamburg waren. Doch ohne ein festes wöchentliches Meeting ist alles ein wenig schwieriger zu managen. Klar, wir sind noch dabei uns einzugrooven und ich denke, in den nächsten Wochen und Monaten wird sich noch vieles verbessern. Doch wir haben auch schon einige Probleme recht gekonnt gemeistert. Oder zumindest überstanden. Beispielsweise die ersten fünf Wochen, in denen ich zwar viel Zeit, aber zu Hause kein Internet hatte. Also bin ich alle zwei Tage ins nahe gelegene Olympia-Einkaufszentrum spaziert, habe mir meinen Kaffee geholt und mich ins Café gesetzt, fleißig Bilder bearbeitet und hochgeladen. Versucht hochzuladen sollte man vielleicht sagen. Gefühlt 10 Bilder pro Stunde hat das Netz dort geschafft. Immerhin.
Inzwischen kann ich wieder den Luxus des Homeoffice genießen – leider gibt es hier nur nicht so leckeren Kaffee. Dafür jedoch aktuell jedemenge Nachtschichten, denn wenn ich erst um sieben Uhr zu Hause bin, ein bisschen den Haushalt schmeiße und was koche, komme ich meistens nicht vor zehn an meinen Laptop. Jeden Morgen schwöre ich mir, abends früher zu Bett zu gehen, dann ist es wieder halb zwölf und ich denke mir: ach jetzt ist es eh zu spät. Und schwups ist es wieder eins.

We’re getting there

Nächste Woche sind hier in Bayern glücklicherweise zwei Feiertage. Den darauffolgenden Freitag habe ich mir auch gleich mal frei genommen, weil meine Eltern zu Besuch kommen. Also ganz viel freie Zeit, um neue Inhalte zu fotografieren und vor allem zu schreiben. Ich hab es mir selbst und auch Miriam die letzten Wochen so oft versprochen: es wird besser werden! Genau das habe ich auch vor. Für mich selbst. Für euch, die mitlesen. Für unser longdistancebloggership. Denn wenn wir auch wie in jeder Beziehung ein paar Probleme zu bewältigen haben: wir wachsen daran, lernen aus unseren Fehlern und das Wichtigste – wir bleiben mit Spaß an der Sache dran. So viel zum motivierenden Wort am Sonntag.

Warum mein Freund übrigens so bestürzt war, dass ich etwas hochlade: sein Spiel hat gelagt. Gamerprobleme. War ja jetzt nicht so, dass er in einem Raid war. Also muss er weiterhin damit leben, dass ich spätabends Bilder hochlade. Vielleicht warne ich ihn in Zukunft ja vor. Mal schauen.

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