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Let’s talk about… Being a Shopaholic

written by Miriam 25. Juni 2017

Wer von euch kennt noch den Film Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin, der circa 2009 heraus kam, als ich gerade 14 war? Oh, wie habe ich diesen Film geliebt. Die Protagonistin war so schön bunt, ausgeflippt und trotz ihres „kleinen Problems“ unglaublich liebenswert. Für alle, die den Inhalt des Films nicht mehr parat haben, oder ihn einfach nie gesehen haben:

Es geht um die Journalistin Rebecca Bloomwood, die unglücklich bei einer Gartenzeitschrift arbeitet und eigentlich eine Karriere bei dem Modemagazin Allet (das Pendant in der wahren Welt wäre die Vogue) anstrebt. Denn zwei Dinge hat sie: Einen unverwechselbaren Stil und einen Kleiderschrank prall gefüllt mit den schönsten und teuersten Designerklamotten der Saison. Das ist nämlich ihr Hobby. Shoppen. Und wie finanziert sich die leicht verplante aber liebenswerte Miss Bloomwood? Genau, mit Kreditkarten. Zehn Dollar auf diese, dreißig auf die nächste. So finanziert sie sich ihre fast täglichen Shoppingtrips zu Bloomingdales und Co. Gedeckt sind ihre Karten jedoch nie. Die Folge: 10.000$ Schulden und einen fiesen Schuldeneintreiber im Nacken. Natürlich endet der Film nach einem bösen Erwachen, Rebecca verliert ihre beste Freundin, den Mann den sie liebt und auch ihre Würde, mit einem wunderbaren Happy End. Sie bekommt ihre Schulden abbezahlt, taucht in Tränen aufgelöst bei der Hochzeit ihrer Freundin auf und die beiden fallen sich in die Arme und zu guter Letzt kommt auch ihr Angebeteter zu ihr zurück. Was ein Leben!

Leider sieht das wahre Leben nicht so rosig aus. Schulden lassen sich nicht so einfach durch den Verkauf von Designerklamotten abbezahlen und die Banken sind auch lange nicht so geduldig wie Derek Smeath, der hinter Rebecca und ihren überzogenen Kreditkarten her ist. Was mich zu meinem heutigen Thema bringt: Ich hatte vor einigen Tagen ein ziemlich ernüchterndes Erlebnis, was mich auf den Boden der Tatsachen zurück geholt hat. Ich kann diesen Monat meine Rechnungen nicht alle rechtzeitig zahlen und warum? Weil ich leider das gleiche Problem habe wie die Protagonistin des Films: Ich bin ein Shopaholic.

Damit meine ich nicht, dass ich wie eine verrückte Designerkleidung einkaufe und fünf Kreditkarten besitze. Nein, so weit ist es bei mir zum Glück noch nicht gekommen. Allerdings muss ich sagen, dass ich das Einkaufen immer als eine Art Therapie genutzt habe. Mir geht es nicht gut: Da hilft ein neues Kleid. Meine sozialen Ängste gewinnen mal wieder die Überhand: Schnell eine Bestellung bei Asos aufgegeben. Der Kerl, von dem ich mich eigentlich nicht mehr trennen wollte, macht Schluss: Zeit für ein neues paar Schuhe und neue Lippenstifte.

Die letzten Jahre hat das auch immer gut funktioniert. Ich mache immer Witze darüber, über mein Leben am Kontostandlimit. Aber ehrlich gesagt sieht es bei mir wirklich so aus. Im Grunde habe ich eine ordentliche Summe an Geld im Monat zur Verfügung, mit der ich locker Rechnungen und Lebensmittel bezahlen kann. Ja, es sind sogar zwei oder drei Lunchtreffen mit Anni drin und ab und an mal ein Kaffee to go. Aber sobald ich etwas Geld auf dem Konto übrig habe, kommt in mir das Gefühl auf, dass sich dies doch viel besser als neues Paar Schuhe in meinem Schrank machen würde, als auf irgendeinem Sparkonto. Die Moral von der Geschicht: Ende des Monats komme ich immer bei circa 0€ plus Minus drei aus. Ich habe keine Ersparnisse und meinen Laptop, den ich eigentlich an meinen Vater abbezahlen muss, ignoriere ich auch einfach. Und bis jetzt hat diese Methode für mich auch wunderbar funktioniert.
Doch vor einigen Tagen kam endlich das böse Erwachen. Ich habe eine Rechnung übersehen, die diesen Monat beglichen werden muss und somit geht meine Kalkulation, am Ende jeden Monats genau null Euro auf dem Konto zu haben, nicht mehr auf. Und warum das? Weil ich beschlossen habe, dass ich unbedingt ein paar neue Schuhe und Kleider für den Sommer brauche. Im Internet ist schnell geshoppt und es lässt sich das lästige vor die Tür gehen vermeiden. Und das erste Mal in meinem Leben hat mich ein Paket nicht glücklich gemacht. Ich war nicht begeistert von den schönen Schnitten, Farben und Mustern. Ich fühlte mich erstmalig hoffnungslos, verzweifelt und vor allem war ich enttäuscht von mir selbst. Wie habe ich es soweit kommen lassen? Sagt mir nicht schon seit geraumer Zeit eine kleine Stimme im Hinterkopf, dass ich zu viele Dinge kaufe, die ich eigentlich gar nicht brauche? Will ich nicht schon seit über einem Jahr monatlich eine kleine Summe auf meine Sparkonto überweisen für den Fall, dass ich es irgendwann mal benötige? Habe ich nicht jeden Monat aufs neue ein schlechtes Gewissen, weil ich meinem Vater wieder kein Geld zurück gezahlt habe?

Meine liebe Freundin Leonie sagte mir zu meinem Dilemma, dass Einsicht der Weg der Besserung sei. Zum Glück habe ich gute Freunde, die in solchen Situationen nicht über mich urteilen sondern sagen: „Hey, du hast Mist gebaut, das ist halt so. Aber jetzt ändere was an der Situation!“. Und ich denke, dass sie Recht hat. Vielleicht brauchte ich dieses böse Erwachen. Nur so wurde mir bewusst, dass Mode zwar ein großer und wichtiger Teil meines Lebens ist, er aber niemals die Überhand gewinnen darf. Leicht gesagt in Zeiten von Facebook, Instagram und Co., wo alle Fashionblogger täglich in neuen Outfits posieren und in mir Gelüste nach teuren Gucci Slippern und Chloé Handtaschen wecken. Aber Geld auszugeben, das man nicht hat, ist kurz gesagt einfach ziemlich doof.

Also an alle anderen Shopaholics da draußen: Ihr seid nicht alleine. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die ein oder andere von euch bereits einmal ihr Konto überzogen hat, für etwas, dass es im weiteren Sinne nicht wert war. Ich bewundere alle unter euch, die ihre Ausgaben im Griff haben, jeden Monat etwas zurücklegen und es immer wieder hinbekommen neue Outfits mit ihrem Lieblingsshirt zu stylen, das euch schon seit Jahren beisteht. Genau so jemand möchte ich auch gerne werden. Und ab nächsten Monat geht die Reise zum neuen sparsameren Ichs los. Denn eins weiß ich sicher: Rebecca Bloomwood ist zwar ein liebenswerter Charakter, aber 10.000$ Schulden würde ich trotzdem gerne vermeiden.

Miriam

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